Drehmoment & Wendepunkt
Der Podcast für alle, die noch nicht fertig sind. Mit Sport, Gesundheit, Ernährung, Spaß an Fitness und dem Leben ;-)
Wir sind Christian Anderl und Daniel Lustig.
Ein 50 jähriger Papa und Fotograf, der die letzten 15 Jahre zu viel gesessen ist und ein Ausdauer Coach, der Athleten mit der richtigen Mischung aus Schlaf, Ernährung und Training zu Höchstleistungen bringt.
Mit diesem Podcast wollen wir nicht zuletzt zeigen, wie einfach es sein kann auf seine Gesundheit zu achten und auf entspannte weise wesentlich Leistungsfähiger zu werden.
Auch als Video Podcast: https://youtube.com/playlist?list=PLb_lU_kpWy81dTIY72ufgXn-ZEpxDY7ef&si=8f26A6co07J5ZrNz
Drehmoment & Wendepunkt
#049 - Warum die meisten Menschen beim Abnehmen scheitern
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Abnehmen, Gewicht halten oder die eigene Körperzusammensetzung verbessern – doch was funktioniert wirklich?
Gemeinsam mit Ernährungs- und Sportwissenschaftler Thomas Dürhammer sprechen wir über nachhaltiges Gewichtsmanagement, typische Abnehmfehler, Kalorien, Stoffwechsel, Leistungsfähigkeit und warum langfristiger Erfolg weit mehr ist als die Zahl auf der Waage.
Lieber Daniel, lieber Christian, lieber Thomas, wer bist du denn? Wir haben einen Gast heute mitgebracht und wir haben ein Thema, das wir nicht vernachlässigen würden. Ich wollte fast sagen, vernachlässigen, aber das stimmt überhaupt nicht. Wir reden viel über Ernährung, aber wir reden nie so spezifisch über Ernährung, wie du das tust. Richtig? Sag uns doch einmal, was du, was du beruflich machst, was genau dein Spezialgebiet im Thema Sport und Ernährung ist.
SPEAKER_01Ja, Servus, danke mal für die Einladung. Ich bin der Thomas und bin eben Sporternährungsberater und ich komme grundsätzlich von der Ernährungsberatung im Fußball. Also da habe ich meine ersten Praxiserfahrungen gesammelt, weil ich da beim Lask tätig war, Vollzeit damals noch. Und dann habe ich eben in den Bereich selbstständig gemacht. Ich habe Ernährung an Sport studiert in Wien. Und genau, jetzt mache ich das mittlerweile für mehrere Sportarten alles durchgemischt, was mir sehr viel Spaß macht. Und genau, versuche da einfach die Athletinnen und Athleten bestmöglich zu unterstützen, am Weg zu dem jeweiligen sportlichen Ziel. Kann halt vom Biss sein, also das ist ganz unterschiedlich. Und genau, da schaue ich einfach, was die größten Hebel sind, was man vielleicht als erstes angreifen sollte bezüglich Ernährung und Verpflegung. Das ist, wie gesagt, ganz, ganz unterschiedlich. Und genau, ist, finde ich, eine sehr, sehr spannende Disziplin, wenn man es so nennen kann, weil es relativ neu neu ist und sich da viel tut und noch nicht alles zu 100% fix erforscht ist und man immer wieder auf was Neues draufkommt und genau.
SPEAKER_02Da laucht einer. Da laucht einer. Das ist das Schönste, wenn man noch nicht genau weiß, wo es hingeht. Lass uns doch mal kurz von der, also nachdem unsere Klientel, unsere Zuhörerschaft hier, selten im Profi Fußball oder Radsport tätig ist, sondern ja so wie ich, der durchschnittlich Sterbliche. Fangen wir doch mit an der Praxis. Du hast, glaube ich, gesagt, Gewichtsmanagement wäre dir ein Anliegen, Daniel. Definiere mal bitte Gewichtsmanagement, weil das ist jetzt auch eine Frage der Perspektive, oder? Ich muss zum Beispiel mein Gewicht ganz anders managen als andere.
SPEAKER_00Ja, ich habe mir gedacht, wir besprechen das heute einmal, weil bisher war in unserem Podcast immer das Thema eher, wenn es um dich ging, Körpergewicht zuzulegen. Also sprich Muskulatur aufzubauen, was wir auch sehr gut hinbekommen haben. Aber es gibt sicherlich viele ZuhörerInnen da draußen, die vielleicht eher ein bisschen abnehmen möchten und das Thema Gewichtsmanagement da ein bisschen umdrehen möchten. Und auch das habe ich mit dem Thomas im Vorfeld besprochen, dass wir das heute einmal aufs Tableau bringen.
SPEAKER_02Wir haben auch gerade vorher in der Küche kurz das Thema angerissen, weil ich glaube, da landen wir beim selben Thema, nämlich die Proteinshakes-Thematik. Da kommen wir halt sicher nicht ganz dran vorbei, ein durchaus polarisierendes Thema. Wo setzen wir da an? Ich meine, die grundlegende Frage wäre die einfachste, mit der man sowas starten kann, finde ich. Funktioniert das? Die Sache mit dem, ich ersetze eine Mahlzeit des Tages durch einen Protein-Shake und damit nehme ich auf gesunde Art und Weise ab. Das grinst da schon. Ist das aus deiner Sicht eine Behauptung, die man so aufstellen kann über einen Kammgeschoren?
SPEAKER_01Über einen Kammgeschoren würde ich nicht sagen. Also es hängt immer sehr stark davon ab, wie der restliche Tag ausschaut. Ganz klassisch. Deshalb finde ich es immer schwierig, wenn man sagt, also generell bei einer Ernährung, und das ist ja auch beim Training dasselbe, die eine Sache funktioniert für jeden, ist einfach nicht der Fall. Also muss man immer sehr individuell sehr anschauen, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Was ist der Effekt, wenn man jetzt eine Mahlzeit durch einen Proteinshake ersetzt? Man spart sich meistens, sag ich jetzt einmal, je nachdem, wie die Mahlzeit sonst ausschauen würde, keine Ahnung, 400, 500, 600 Kalorien vielleicht. Und dadurch kommen die Personen dann eventuell leichter in das benötigte Kaloriendefizit, wenn natürlich die anderen Mahlzeiten sinnvoll gestaltet sind. Wie wir auch schon vorher in der Küche besprochen haben, ist halt da das große Problem, vielleicht wenn man aktiv ist, dass man, dass einem da die Energie fehlt. Also das ist sicher so der größte Punkt, der dagegen spricht. Eure Zuhörerinnen und Zuhörer sind wahrscheinlich viele davon aktiv, wo das meiner Meinung nach dann nicht empfehlenswert ist. Und ja, wenn man jetzt einen sehr ruhigen Alltag hat, mit wenig Bewegung, kann man teilweise dadurch natürlich eher schnelle Erfolge erziehen.
SPEAKER_02Okay, das heißt, für mein voriges Ich wäre das eine brauchbare Lösung gewesen. In diesen zehn Jahren, in denen ich mich weniger bewegt habe, weil ich keine Zeit dafür finden wollte und das nicht priorisiert habe. Und dann gleichzeitig ein bisschen gemerkt habe, dass diese Skini-Fett-Sache schlägt zu. Wird mehr Fett angesetzt als Muskelmasse. Da hätte es funktioniert, um zumindest den Fettanteil loszuwerden. Aber das Muskelproblem hätte es halt auch nicht gelöst. Also wir kommen am Ende des Tages eh nicht an der Kombination aus Bewegung und Ernährung vorbei.
SPEAKER_01So ist es auf jeden Fall. Und es macht grundsätzlich immer Sinn, seine Ernährung trotzdem auch, wie gesagt, an den Alltag anzupassen. Und der eine hat halt einen aktiveren Alltag, der andere weniger aktiven oder der eine tut sie leichter, wenn er in der Früh weniger ist, der andere braucht am Abend weniger. Alleine das ist einfach ein riesen individueller Unterschied, kann auch vom Chronotyp abhängig sein, also einfach wie die menschliche Uhr sozusagen funktioniert. Und also das muss man, darum finde ich es schwierig, dass man das einfach so pauschal sagt, ja, das funktioniert. Aber es kann manchen helfen, eben da schnell einmal was zu reduzieren, aber da können auch andere Sachen helfen. Also es ist nicht die einzige Option, die es da gibt. Der große Vorteil ist halt auch, schau mal, bezüglich Gewichtsmanagement, dass ich zumindest Proutine habe und nicht nur Faste, sondern zumindest einmal ein bisschen was im System habe, was zum Beispiel meine Muskulatur ein bisschen schützen kann, wenn ich jetzt abnehmen möchte und halt wirklich gezielt Fett verlieren möchte und nicht nur einfach Gewicht, weil im Endeffekt würde jeder Fett verlieren und nicht Muskelmasse, was sich auch sehr wichtig ist bei dem Thema, weil natürlich konnte ich jeden Tag einfach, weiß nicht, nur 1000 Kalorien essen, aber dann werde ich einfach auch extrem viel Muskelmasse und andere wichtige, fettfreie Masse verlieren, was ja vor allem langfristig nicht das Ziel ist und darum sind auch so kurzfristige Diäten generell eine schwierige Geschichte, meiner Meinung nach, weil ja, der Erfolg auf der Waage ist da, aber was bedeutet das im Endeffekt, was bringt mir das, wenn ich fünf Kilo weniger auf der Waage habe und in Wirklichkeit weniger leistungsfähig bin, die ganze Zeit gereizt bin, müde bin und solche Sachen. Also das ist halt in Wirklichkeit ja dann eben kein gesundes und sinnvolles abnehmen, sondern einfach nur auf der Waage steht weniger da.
SPEAKER_02Daher kommt vielleicht diese Simplifizierung, so Dinge wie Proteinfasten, einfach einen Shake statt einer Mahlzeit, weil man versucht, einen gemeinsamen Nenner zu finden, etwas, das für alle zwar nicht jetzt die bestmögliche Lösung ist, aber etwas, das umsetzbar ist, das in den Alltag integrierbar ist, das einfach ist, das trotzdem ein Ergebnis verspricht und am Ende des Tages vielleicht von allen Übeln das geringste ist, so wie du gerade gesagt hast, zumindest fast dich nicht nur, ich kriege zumindest ein Minimum an Proteinen dabei rein. Und damit ist halt dann die Marketingbotschaft, die einfach formulierbar ist, schon da. Und dann haben wir die Diskussion schon fertig, weil einfaches Marketing funktioniert, ist somit auch nicht gelogen, stimmt ja irgendwie, und alle anderen wollen es aber wörtlich nehmen und sagen, ja, das ist die eine Lösung, die funktioniert und da wird sie immer schwierig. Oder?
SPEAKER_00Du siehst mich schnaufen und du hörst mich schnaufen. Ja, natürlich.
SPEAKER_02Ich frage mich dann immer, ist das nicht immer noch besser als das, was die meisten Menschen sonst so machen oder nicht machen? Ich tue mir schwer, es einzuordnen. Man kann jetzt nicht sagen, es ist pauschal böse. Man kann auch nicht sagen, es ist pauschal die Lösung. Es ist irgendwo mittendrin. Ja, das ist so.
SPEAKER_01Sorry. Na, bitte. Es geht in eine ähnliche Richtung, wie halt viele so Diäten und Anführungszeichen, wie jetzt intermittierendes Fasten. Das war ja auch ziemlich ein Hype. Oder mancher schwören. Ich weiß, habe ich probiert. Haben wir schon besprochen in der Podcast, können wir auch nochmal machen. Manche schwören auch noch immer drauf. Kann auch funktionieren. Und für viele funktioniert es, aber für viele auch nicht. Also das ist halt so, ja, wenn mein Tagesablauf dazu passt und meine Aktivitäten dazu passen und meine sonstige Mahlzeitenstruktur für die, also mit dem zusammenpasst, kann es funktionieren. Aber es funktioniert eben auch da wieder für sehr, für sehr aktive oder normal aktive Menschen nicht, weil es dann zu Heißungenattacken kommt und zu wenig Energie generell über den Tag verteilt. Also das ist halt immer sehr, sehr abhängig von dem, wie der restliche Tag ausschaut. Und wie du schon richtig gesagt hast, das ist halt von dem Marketing oder von der Verkaufssicht sehr, sehr einfach und auch einfach verständlich für die Leute. Und das geht so ein bisschen in die Richtung, ja, nimm diese Pille und alles ist gut so in die Richtung. Und so ähnlich ist es halt da mit den Shakes und darum, glaube ich, es ist halt sehr einfach verständlich und darum funktioniert es wahrscheinlich von dem Prinzip her für viele oder zumindest funktioniert die Werbung dafür. Aber ob das sinnvoll ist, heißt es nicht. Und ich glaube, das wolltest du wahrscheinlich auch sagen. Weil einfach von der Energieversorgung trotzdem, gerade wenn man sich im Austauschsport sich das anschaut, fällt halt einfach extrem viel Energie, extrem viel Kohlenhydrate, wenn man das macht. Und es kann vielleicht für das Gewichtsmanagement, wenn wir bei dem Thema jetzt bleiben, sinnvoll sein, aber nicht für die Leistung, die man erbringen will und kann. Und man ist vielleicht definierter, aber hat halt weniger Leistung.
SPEAKER_02Es ist halt wie so viele Themen, die wir da eher auch immer wieder besprechen, haben wir halt einfach durch Social Media. Oder vielleicht nicht durch Social Media, aber es ist zumindest auf Social Media komplett abhanden gekommen, dass man die Option auch mal hat, das auf irgendwas zu sagen, das kommt drauf an. Weil jeder braucht irgendwie die eine Wahrheit, die einen sagen, da kommt die Marketingbotschaft mit, diese Shakes sind die Lösung. Ja, für manche Leute funktioniert das mit Sicherheit gut und nicht schlecht, dass es das gibt. Aber dann gibt es halt die anderen, die müssen dann zu 100% sagen, das ist alles eine Katastrophe und eine ungesund und eine stimmt auch nicht wirklich und niemand kann einfach mehr hergehen und sagen, das kommt drauf an, du kannst es verwenden, um wenn, so wie du gerade gesagt hast, deinen Alltag, wenn der das zulässt, wenn du weniger Bewegung machst, um ein paar Kilo zu verlieren, okay, warum nicht? Heißt nicht, dass es für einen anderen funktioniert. Dieses kommt drauf an, haben wir komplett irgendwie gekübelt, oder?
SPEAKER_01Ja, das ist witzig, weil das war, ja, ich glaube, mein erstes Reel, wo ich mir selbstständig gemacht habe, habe ich immer gesagt, keine Ahnung, brauchst du Proteinshakes, kommt drauf an. Also da wirklich, das war dann noch so ein bisschen Running-Gag kurze Zeit bei meinem Freundeskreis. Aber ja, das verkauft sie halt auch nicht gut. Das ist das Ding, ja. Aber es ist halt das auch, was man ein bisschen lernt, würde ich sagen, auch gerade wenn man studiert hat, dass es halt nicht alles schwarz und weiß ist, sondern dass es halt sehr viel dazwischen gibt. Und was man einfach erkennt mit der Zeit, glaube ich, wenn man in dem Bereich tätig ist, für manche funktioniert es, für manche nicht. Das ist halt leider sehr oft der Fall. Oder das heißt leider cool, dass es so ist und spannend, dass so ist. Aber die meisten wollen halt, macht das und es funktioniert.
SPEAKER_00Ja klar, Marketingbotschaft muss einfach sein und möglichst polarisierend. Ja, das ist im Endeffekt auch der Grund, warum wir einen Podcast machen, wo die Episoden zwischen 20 bis teilweise 40 Minuten dauern. Weil wenn die Antwort so einfach wäre, könnte man es mit Reels auch machen. Wäre in der Produktion weitaus zeiteffizienter, würden wir uns nicht Stunden zusammensetzen und über irgendwelche Sachen plaudern, weil es kommt eben darauf an und es kommt auf den Kontext darauf an. Und ich glaube, was für unsere Hörerschaft doch wichtig ist, also die Personen, die uns hören, die wollen ja grundsätzlich mehr vom Leben haben. Also sprich, aktiv ihr Leben gestalten und gesund, Stichwort Longevity, ihr Leben auch bestreiten. Wir haben eine sehr junge Hörerschaft zum Teil. Also wenn man den Statistiken glauben mag, sehr viel zwischen 25 und 35, was wir am Anfang nicht dachten, was mich aber sehr freut.
SPEAKER_02Die wollen einfach hören, was die alten Männer zu sagen haben, um nicht dieselben Fehler zu machen. Ich habe die Mehrzahl verwendet, um nicht allein darzustellen.
SPEAKER_00Ich wollte gerade sagen, aber egal. Das wird ja zu anders hin. Aber es geht halt auch darum, und wenn ich halt einen aktiven Lebensstil haben möchte und mehr vom Leben haben möchte, brauche ich einfach eine gewisse Muskulatur, brauche ich ein gewisses Herz-Kreisesystem, einen gewissen Motor. Und der möchte versorgt werden. Und das kann ich mit reinen Proteinfasten wahrscheinlich zu einem sehr hohen Prozentsatz nicht abbilden. Das wird sich nicht ausgehen. Und da muss man sich einmal nur überlegen, okay, was machen die einzelnen Makros in unserem Körper, wofür sind sie da? Und alle drei sind wichtig. Beziehungsweise eigentlich die Ballaststoffe auch. Also sind ja auch mittlerweile ein Makronährstoff. Und da geht es halt ganz, ganz stark hin. Die Frage, die sich mir immer stellt, ist, warum machen es aber dann so viele Leute?
SPEAKER_01Das fassen jetzt an sich.
SPEAKER_00Also dieses Proteinfassen.
SPEAKER_01Ja, ich genau aus dem Grund. Wahrscheinlich, weil es einfach ist.
SPEAKER_02Oder es klingt einfach, sagen wir so.
SPEAKER_01Ja, es ist eine Umsetzung nicht schwierig. Aber ich glaube, der wichtigste Punkt bei dem Thema ist eher, Gewichtsmanagement versus Leistungsoptimierung. Und Leistungsoptimierung heißt ja nicht immer nur, dass ich jetzt Leistungssportler bin und von dem lebe und da mein Gehalt damit verdiene oder meinen Lebensunterhit verdienen, sondern einfach, dass ich leistungsfähig im Alltag bin, wie vorher schon kurz gesagt, dass ich nicht die ganze Zeit gereizt und müde bin, weil über das wird halt irgendwie gar nicht geredet. Das wird nur über das geredet, ja, wie kann ich schnell viel Fett verlieren oder generell Gewicht verlieren. Und wie du richtig gesagt hast, du brauchst halt Kohlenhydrate auch, damit der Körper gut funktioniert und dass du leistungsfähig bist. Und das wird halt da komplett vergessen oder gar nicht thematisiert bei dem Thema. Und das ist halt nicht, also da muss man sich schon auch die Frage stellen, was ist mir wichtiger, ist nicht vielleicht gescheiter, ich habe ein, zwei Kilo mehr, dafür bin ich viel leistungsfähiger und mir geht es besser und bin nicht gereizt und psychisch vielleicht auch ein bisschen stabiler. Also ich glaube, da muss man halt ganz klar unterscheiden, dass auch nicht funktioniert, aber ist vielleicht jetzt nicht die beste Lösung für jeden Mann und jede Frau.
SPEAKER_02Definitiv, ich habe zum Beispiel, ich habe gelernt, diese kleine Problemzone rund um meine zu Wohlstandsbäuchlin. Genau, Wohlstandsbäuchern. Ich habe das witzigerweise wiedergewonnen, während ich den meisten Sport im letzten Jahr gemacht habe. Das ist mitgewachsen mit dem Ganzen und ich habe gelernt, das nicht nur zu schätzen, oh ja doch, zu schätzen und lieb gewonnen, weil das betrachte es mittlerweile als bisschen Energiereserve, damit es einfach leichter ist, weil ich auch für mich festgestellt habe, und vielleicht widersprecht ihr da, aber ich für mich habe festgestellt, das war früher halt auch einfacher wegzukriegen. Da müsste ich jetzt ca. 3000 Sit-ups am Tag machen, um genau gezielt dort an dieser einen Stelle das bisschen Fett wegzukriegen. Vielleicht funktioniert das auch. Ich weiß gar nicht, wie es wegkommt. Wahrscheinlich nicht, oder? Aber das wäre halt so ein Ding für, da müsste ich halt massiv ins Defizit wahrscheinlich, um das loszuwerden. Und die Kosten dafür sind mir einfach zu hoch. Das bringt mich nirgends hin, außer dass ihr dann vielleicht ein Foto von mir machen lassen könnt und angeben könnt, damit ich mit 51 das Sixpack auspacke. Ist mir scheißegal. Ich fühle mich lieber besser, während ich das Ganze mache.
SPEAKER_01Genau, so ist es. Und ich habe das auch in einer ähnlichen Form selber erlebt. Ich war als Jugendliche extremst definiert, weil ich mein Ernährung ein bisschen dauernd Vogel gehabt habe, weil ich wirklich Ernährung habe. Und gehabt habe, es ist eben das Wichtigste, dass jeder meinen Sixpack sieht. Und habe aber ins Fitnessstück und habe Fußball gespielt, alles Mögliche gemacht. Also einen extrem hohen Verbrauch gehabt, für das im Nachhinein gesehen viel zu wenig gegessen, vor allem viel zu wenig Kohlenhydraten gegessen. War sicher viel leistungsfähiger gewesen, wenn ich da mehr gegessen hätte, hätte mehr Muskel aufbauen können und so. Ich war halt immer sehr definiert, aber jetzt nicht, alles andere war halt jetzt nicht so super. Und jetzt war es ja, also ich habe halt einfach viel zu wenig gegessen insgesamt, zu wenig Kalorien, zu wenig Kohlenhydraten gegessen. Und ja, sicher habe ich wenig Körperfett gehabt, habe mir auch gedacht in der Zeit, aber wahrscheinlich war es auch cool gewesen, wenn ich meinen Sport besser ausüben hätte können und mehr Leistung gehabt hätte im Sport, was ja die meisten wollen, die meisten gängen ja, trainieren, damit es besser werden und ist gescheiter, wie du sagst, man hat halt vielleicht ein bisschen Reserven und ein bisschen mehr Energie, ein bisschen mehr Speicher, alles wie wenn man einfach nur gut auf dem Foto ausschaut.
SPEAKER_02Haben wir, glaubst du, haben wir ein komplett verzerrtes Bild oder eine Vorstellung davon, wie ein fitter Körper aussieht? Kann das sein, dass wir da auch Marketing verseucht sind, dass je weniger Körperfett ihr definierter, umso fitter, was gar nicht stimmt?
SPEAKER_01Sicher so. Ich glaube man halt vielleicht, dass man so ausschauen muss, wie jetzt Bodybuilder oder irgendeiner, der auf der Bühne steht. Natürlich, da wird es bewertet noch aussehen, als klar, dass das das Ziel ist. Aber in Wirklichkeit geht es halt bei den meisten anderen Sportern um ganz was anderes und nicht um das, wie definiert man ist, sondern eher eben, wie leistungsbereit man ist. Meistens geht es eher ein bisschen einher. Also ist eher schwierig, wenn man viel zu viel Gewicht mittragt, dass man da top leistungsfähig ist. Aber es ist sicher nicht notwendig, dass man da irgendwelche Körperfettprozentwerte erreicht, die einfach dann, die vielleicht gut klingen, aber nicht mehr sein.
SPEAKER_02Das ist ja das Nächste. Und ich weiß, wie gesagt, nicht, ob das jetzt an meinem Alter liegt oder ob es einfach Körpertyp oder was, woran es liegt, kann ich nicht sagen. Aber körperfettanteilmäßig bin ich für mein Alter eigentlich weit drunter. Ich bin irgendwo bei 10, 11 Prozent für mein Alter eigentlich ziemlich weit unten. Trotzdem hängt es da. Und jetzt denke ich mal, wenn ihr das loswerden wollte, würde ich ja in meinem Gesamtkörperfettanteil wahrscheinlich auch massiv nach unten gehen nochmal. Und das kann ja dann nicht gesund sein. Das heißt, kann man irgendwie, können wir grob definieren, wo das gesund aufhört?
SPEAKER_01Oder 1% Körperfett? Ja. Schwierig wäre es ja. Auch kommt darauf an. Es hängt sehr davon ab, wie man es misst. Das ist halt das nächste Thema. Jede Messmethode nimmt eine andere Formel her. Zum Beispiel, das heißt, es kann sein, du gehst zu einer Biomessung, die sagt, du hast 15% Körperfett.
SPEAKER_00Was halt bei dir gehabt? Eine Biomessung und eine Kalippermessung haben wir gemacht. Weißt du die Prozent noch? Weiß ich nicht mehr.
SPEAKER_01Also es kann sein, wenn du Kaliber- und Biomessung machst, dass sogar wenn du dieselbe Formel hernimmst, dass ganz was anderes rauskommt. Oder wenn du eine andere Formel hernimmst, kommt sowieso ganz was anderes raus. Also es geht jetzt wirklich von 10 bis 15% Unterschied. Also, bei dem einen aus 10, bei dem anderen 15 zum Beispiel. Also das ist ja auch, ich mache auch regelmäßig Kalippermessungen und habe halt da mehrere Formeln. Ich nehme meistens dann einen Mittelwert her, von diesen Formeln, die ich habe. Aber da gibt es, ist eine extreme Spannungweite.
SPEAKER_02Ich glaube, wenn ich mich recht erinnere, mein Körperfettwage hat irgendwann einmal sowas wie 8 oder 9 behauptet und deine Messungen waren dann irgendwo bei 12.
SPEAKER_00Ich glaube, und da würde mich aber auch deine Meinung interessieren, das Wichtige ist nicht, sich auf diese Zahl zu versteifen, sondern wenn ich sage, okay, ich möchte Körperfett reduzieren, dann messe ich einmal, messe immer gleich und schaue mir die Tendenz an. Und wenn die Tendenz stimmt, ist es in meinen Augen egal, ob da jetzt steht 15, 12 oder 10, solange das in die Richtung geht, wo ich es hinhaben möchte. Und solange ich immer gleich messe und ich finde bei der Kalipa ist es ganz erklärt, es macht einen Unterschied, ob der Thomas misst oder ob ich messe. Weil wir einfach eine unterschiedliche Haptik haben und ich messe meine KlientInnen immer gleich und du wirst deine KlientInnen immer gleich messen. Aber wenn wir ein und dieselbe Person messen würden, dann würden wahrscheinlich zwei unterschiedliche Messergebnisse rauskommen. Es wird jetzt nicht exorbitant auseinander gehen, aber es könnte einen Progress for fashion.
SPEAKER_02Zwischenergebnis für mich jetzt, was ich jetzt mitnehme aus dem Gespräch bis jetzt, ist wieder mal ein bisschen weniger auf Zahlen schauen, ein bisschen weniger auf irgendwelche Optiken schauen oder auf irgendwelche geht's einfach, sondern ein bisschen mehr lernen auf das eigene Gefühl zu hören und Dinge zu tun, die sich gut anders, was mir wieder zurückbringt zu dem Punkt, den ihr schon so oft besprochen haben. We have alle ein bisschen für Lernt, auf den eigenen Körper zu hören und das überhaupt zu spüren. Das hat bei mir jetzt fast ein Jahr gedauert. Jetzt habe ich das Gefühl, ich spüre jetzt, was gut ist für mich und was nicht mehr gut ist für mich und was mir gut tut und was nicht. Aber dieses Gefühl, wieder ein bisschen mehr herzustellen, wäre vielleicht ein wichtiger Punkt, oder?
SPEAKER_01Auf jeden Fall. Und das betrifft ja auch so Sachen wie Hunger- und Sättigungsgefühl zum Beispiel, wo man ruhiger öfters ein bisschen auf das hören sollte. Natürlich, das kann auch gestört sein, also einfach nicht mehr so funktionieren, wie es funktionieren sollte. Aber wenn das in einem normalen, gesunden Rahmen sie bewegt oder vielleicht durch eine sinnvolle Ernährungsumstellung sie wieder normalisiert, dann ist das absolut sinnvoll und sollte auch ein bisschen mehr beachtet werden. Und es ist meistens nicht empfehlenswert, dass man sich durch den Tag hungert, sondern einfach da ein bisschen auf den Körper hört und schaut, okay, wann brauche ich was, wann macht was Sinn. Ist ja bei der Verpflegung während längeren Sportarten wie am Radler dasselbe, beziehungsweise ist da oftmals schon sinnvoll, vielleicht wenn man schon ein bisschen früh anfängt, bevor er dann noch Hunger kommt, war das wieder ein anderes Thema. Aber grundsätzlich immer so ein bisschen ein Endziel von Ernährungsbegleitungen, dass dann im Endeffekt man weiß, okay, das brauche ich ungefähr und den Rest kann man dann ruhig auch ein bisschen auch Hungergefühl machen. Und oftmals ist es ja wirklich so, wenn ich einen Tag viel zu wenig gegessen habe, merkt man es einfach am nächsten Tag, dass, oder es ist oftmals bei den Leuten so, dass die dann am nächsten Tag merken, okay, auf einmal habe ich viel mehr Hunger. Warum ist das so? Ja, wahrscheinlich hast du am Vortag einfach viel zu, also wenn man sich das dann auch anschaut, im Nachhinein sieht man oftmals am Vortag, es sind viel zu wenig Kalorien einfach ins System reinkommen und der Körper verlangt das halt irgendwie zurück und so wird es immer sein, wenn man, wenn man so irgendwelche krassen Diäten macht oder so, dass man da, dass der Körper irgendwann sagt, halt Stopp, oder ihr habt ja das Thema Red S auch schon gehabt, das ist halt ähnlich, dann, wenn man so ein bisschen lange Frist macht und den Körper nicht das gibt, was man was braucht, dann lassen halt irgendwelche anderen Sachen nach. Und das ist halt immer das Thema, zuerst ist es halt einmal weniger, also zuerst ist es immer so, dass man halt in Hunger übertaucht und dann irgendwann steigt die Verletzungswahrscheinlichkeit, Immunsysteme geschwächt und so weiter. Und das sind ja alles Sachen, die wir nicht haben wollen. Grundsätzlich von dem her ist es auf jeden Fall sinnvoll, da auch ein bisschen auf den Körper zu hören und eben nicht auf Zahlen und nur mal auf das Körperfett-Prozent-Thema vielleicht zurückzukommen. Eben mit so, also wie du richtig gesagt hast, es ist immer sinnvoll, eine Messmethode zu wählen und dann die eine Person die Werte von dir einfach über einen Zeitraum zu beobachten und nicht mit irgendwas anderes vergleichen, weil eben die Formen unterschiedlich sind, die Messmethoden anders sind und da ist viel gescheiter, wie bei der Kalipper-Messung zum Beispiel, wo man sich Hautfalten Millimeter sich dann anschaut, eher, und dann einfach die Entwicklung anschaut und wenn man weiß, okay, die Millimeter gehen runter, obwohl wenn man das sieht, dann weiß man auch, okay, ein Körperfett wird weniger und umgekehrt und das ist viel gescheiter als Zielwert. Ja, ich brauche unter 10% oder so. Was sind 10%? Also das heißt das, also das hängt einfach sehr von vielen Sachen ab.
SPEAKER_02Conclusion, es kommt darauf an, hören wir ein bisschen mehr aufs Gefühl.