Drehmoment & Wendepunkt
Der Podcast für alle, die noch nicht fertig sind. Mit Sport, Gesundheit, Ernährung, Spaß an Fitness und dem Leben ;-)
Wir sind Christian Anderl und Daniel Lustig.
Ein 50 jähriger Papa und Fotograf, der die letzten 15 Jahre zu viel gesessen ist und ein Ausdauer Coach, der Athleten mit der richtigen Mischung aus Schlaf, Ernährung und Training zu Höchstleistungen bringt.
Mit diesem Podcast wollen wir nicht zuletzt zeigen, wie einfach es sein kann auf seine Gesundheit zu achten und auf entspannte weise wesentlich Leistungsfähiger zu werden.
Auch als Video Podcast: https://youtube.com/playlist?list=PLb_lU_kpWy81dTIY72ufgXn-ZEpxDY7ef&si=8f26A6co07J5ZrNz
Drehmoment & Wendepunkt
#048 - Amsterdam nach Wien 🚴♂️ Regen, Schmerz & trotzdem weiter
Use Left/Right to seek, Home/End to jump to start or end. Hold shift to jump forward or backward.
Christian hat seine Bikepacking-Tour von Amsterdam nach Wien geschafft.
In Folge 48 sprechen wir über 1200 km, 7000 Höhenmeter, Schlafmangel, Regen, mentale Tiefpunkte, Ernährung als Gamechanger – und warum gemeinsame Abenteuer oft mehr wert sind als jede Zielzeit.
Herzlich willkommen zurück, lieber Christian. Dankeschön, lieber Daniel. Du bist quasi mit dem Rad wieder eingeflogen und über das wollen wir heute reden, über deine Tour Amsterdam-Thulen.
SPEAKER_01Tatsächlich wieder eingeflogen. Das war wirklich so ein Gefühl, wenn wir riesen Glück gehabt. An einem einzigen Tag haben wir Glück gehabt mit dem Wetter, nämlich Rückenwind und halbwegs trocken. Das war der letzte. Und dann ist die letzte Energie auf den letzten Metern so richtig eingeschossen und wir sind heimgeflogen.
SPEAKER_00Ja, also wir machen ja den Podcast jetzt mittlerweile seit fast einem Jahr oder ziemlich genau ein Jahr. Und das war ja unser Stadtprojekt und war ja dein Startprojekt. Ich nenne es jetzt wirklich Stadtprojekt, weil ich habe ja schon Nachrichten bekommen, wie es weitergehen soll, aber das vielleicht nicht gleich jetzt.
SPEAKER_01Ich glaube, weil man es auch selber noch nicht. Also ich weiß es nicht im Moment, so genau. Ich weiß, du hast schon Pläne für mich.
SPEAKER_00Ich habe Pläne für dich und ich kenne deine vorläufigen Zwischenziele, wie du sie genannt hast, aber wie gesagt, über das reden wir jetzt nicht, sondern lass uns mal über Amsterdam Tulen reden. Wie war's?
SPEAKER_01Extrem anstrengend, aber das war zu erwarten. Das war circa das, was ich, worauf ich eingestellt war. Es ist lustigerweise, also einerseits war es natürlich ganz anders, als man sich vorstellt. Rein vom, also der ganze Trip, die Strecke, was wir beide komplett versemmelt haben. Wir haben uns sehr amüsiert über uns selber. Wir haben ein Jahr Vorbereitung in das Ganze gesteckt und wir haben viel vorbereitet und uns auch viele Gedanken gemacht. Ich habe wahnsinnig viel trainiert mit dir, hat mich sehr gut vorbereitet. Aber was uns tatsächlich gelungen ist, ist, dass keiner von uns, also wir haben die Route natürlich auch grob angeschaut, wie wir fahren werden, so circa in etwa, aber niemand von uns hat in die Route irgendwann einmal reingezoomt und einmal die Details sich angeschaut, wo, wie entstehen diese 7000 Höhenmeter in dieser Tour. Wir haben gesagt, naja, auf 1200 Kilometer sind 7000 Höhenmeter nicht so wild und ja, ist ja alles kein. Also wir fahren ja nicht durch die Alpen. Wird schon nicht so schlimm sein. Dass die dann aber so rund um Hessen und Bayern 13% Anstiege dazwischen haben, hatte keiner von uns am Schirm. Ich glaube, der Christian hat mehr gelitten drunter als ich, weil der ist mit einer Flachlandkassette gefahren. Ich habe nur zwei Gänge übrig gehabt, dann war er schon am Ende und hat den Berg halt dann die 13% mit 300 Watt aufwärts fahren müssen, weil sonst wäre er vom Radl gefallen. Also wir haben ein paar Details in der Planung offensichtlich versemmelt. Aber im Großen und Ganzen muss ich sagen, jetzt vom Anstrengungsgrad her war es über meine Grenzen und das war auch der Plan. Aber worauf ich echt ein bisschen stolz bin, ist, dass nicht eine Sekunde in dieser ganzen Woche in einem von uns der Gedanke an Pfeif drauf gekommen ist. Obwohl war das so. Naja, obwohl wir bei 4 Grad Wind und Regen gefahren sind. Also wettertechnisch, diese berühmten Eisheiligen haben in den letzten zehn Jahren, glaube ich, zweimal zugeschlagen, wenn es hochkommt, oder dreimal. Die waren nicht oft da.
SPEAKER_00Ah, waren schon öfter so. Jedes Mal, wenn das Ran, also das Raceround in Österreich war, war es so.
SPEAKER_01Aber warum verschiebt man, warum macht man das dann nicht so einem anderen Termin? Also ich hätte es, wenn ich das gewusst hätte, glaube ich, nochmal überlegt, ob das ein gescheiter Termin war.
SPEAKER_00Naja, ja. Ja, wurscht.
SPEAKER_01Die Ausheilungen waren jedenfalls da.
SPEAKER_00Aber glaubst du, dass vielleicht dieses, ich nenne es mal, did not finish is not an option. Vielleicht auch deshalb war, weil sie zu zweit unterwegs war?
SPEAKER_01Mit Sicherheit. Also wir haben uns gerade durchgetragen. Da bin ich mir ganz sicher. Ich bin aber auch sicher, dass keiner von uns alleine aufgegeben hat, weil da kenne ich uns beide sehr gut. Zwei sture alte Böcke, die, wenn sie sich was in den Kopf setzen, einfach sagen, das mache ich. Also der Christian hat es ja schon bewiesen, der ist solche Touren schon alleine gefahren. Der ist bis, der ist von Gas am Kampf auf den Olymp gefahren, was eine heroische Radrundfahrt ist, meiner Meinung nach, und hat das komplett allein gemacht, mit einem kleinen Anhänger als Gepäck, also völlig verrückt, und hat nicht aufgegeben. Und ich weiß, dass ich, ich kenne mich gut genug, ich hätte auch nicht aufgegeben. Aber das zu zweit sich durchtragen ist natürlich schon, das war schon ein großer Faktor. Mein Tag 4 war eine echte Katastrophe, weil ich Tag 1, 2 und 3 nicht schlafen konnte. Das war so ein Ding, das ich nicht am Schirm hatte und das ich irgendwie, das ich übersehen habe, Nervensystem.
SPEAKER_00War das aufgrund der Schnachgeräusche des Kollegen? Weil die hast du uns ja live auf Instagram auch mitgeteilt. Und dann gab es ja die Retourkutsche auch. War übrigens sehr amüsant.
SPEAKER_01Ja, das war sehr amüsant. Wir haben uns gegenseitig beim Schnachen aufgenommen. Nein, witzigerweise glaube ich überhaupt nicht, dass es daran gelegen hat, weil in den ersten Nächten hat er noch gar nicht so arg geschnarcht. Ich glaube überhaupt nicht, weiß ich gar nicht. Ich bin einfach ins Bett gegangen, habe mich hingelegt und habe nicht einschlafen können. Ich war komplett fertig. Also wir sind am ersten Tag 200 Kilometer gefahren, plus zwei kleine Pannen, plus eine Wasserüberfahrt, wo wir warten mussten auf eine Brücke, die wieder öffnet. Also Verzögerungen ohne Ende. Wir sind schon mal eine halbe, dreiviertel Stunde zu spät losgefahren, weil so viel zum Thema Vorbereitung. Alles vorbereitet. Und beide haben wir es geschafft, dass wir auf unseren Hammerhead, auf unseren Radcomputer, die Strecken aus Holland, die Strecken aus Österreich, aber nicht die Strecken aus Bayern, Hessen und Baden-Württemberg geladen haben. Und somit haben wir nicht losfahren können, weil das Navi einfach verweigert hat. Ja, also der erste Tag war extrem anstrengend und dann bin ich im Bett gelegen und habe an die Decke geschaut, war komplett fertig und gedacht, ich freue mich jetzt so auf einschlafen. Und dann bin ich so da gelegen, völlig fertig, habe nicht einschlafen können. Nach einer Stunde habe ich mir gedacht, shit, das ist jetzt diese Nervensystemsache, über die wir auch schon geredet haben, aber die schlägt halt jetzt richtig zu. Die kannst du auch, glaube ich, schwer trainieren. Also die habe ich in dem Moment trainiert. Ich glaube, das habe ich meinem Nervensystem in diesen Tagen erklärt und vorher kannst du das halt schwer. Und dann bin ich aufgewacht um halb zwei, weil die Pinkeln ab müssen und bin wieder ins Bett gegangen und bin wieder zwei Stunden gegeben und habe an die Decke geschaut. Und meine WUP-Recovery-Daten hätte ich auch nicht anschauen sollen, weil ich glaube, ich war bei 15% dunkelrot und bin so halt dann trotzdem wieder aufs Rad gestiegen und dachte, ja gut, okay, heute schlafe ich sicher, wieder nicht. Und das Ganze dreimal in Serie. Und daraufhin, also den Preis dafür habe ich dann am vierten Tag bezahlt. Ich weiß nur ganz genau, bei Kilometer 115 habe ich plötzlich aufgehört, mit dem Christian zu reden. Und habe einfach, das war ein ganz eigenartiges Gefühl, weil das war so eine richtige tiefe Müdigkeit. Weil wenn du drei Nächte nicht schlafst, das reicht schon ohne 200 Kilometer Ralph fahren, bist du einfach richtig derbmüde. Und ich habe diese Müdigkeit gespürt in meinem Gesamtsystem, vor allem in meinem Kopf, ich war nicht mehr aufnahmefähig, ich habe nicht mehr zuhören können, geschweige denn hätte ich nicht mehr antworten können. Es wäre einfach nicht gegangen. Was aber lustigerweise funktioniert hat, die Beine haben einfach weitergemacht. Und ich habe nicht das Gefühl gehabt, dass jetzt die Kraft in den Beinen ausgeht. Mein ganzer Körper hat offensichtlich das, was an der Energie zur Verfügung stand, zu 100% dahin fokussiert. Ich habe problemlos weiterfahren können, nur weil ich nicht in der Lage zu reden, zu denken, irgendwas anderes zu tun. Und dann haben wir Fehler gemacht, weiß ich gar nicht, bei Kilometer 145. Ich noch immer kein Wort geredet. Es hat immer mehr geregnet, immer kälter geworden. Und wir haben uns kurz unter so einem Carport-Sting gefunden, dort haben wir uns kurz untergestellt. Kurze Pause und mal überlegen, wie machen wir heute mit Zimmer, wo wollen wir schlafen und so weiter. Und der Christian schaut mir an und sieht halt wie, sieht meinen Zustand und sagt, hey, wir können einfach da bleiben. 145 sind am Tacho. Fangen wir einfach den Berg an. Wir haben auch so ein kleines Detail, die Höhenmeter haben wir immer am Ende des Tages gefesselt. Das ist sich planungstechnisch nicht anders ausgegangen. Wir sind immer so um die 130 bis 150 Kilometer gefahren und dann sind die Höhenmeter gekommen, die schweren. Und vor uns ist dieser letzte Berg liegen. Wahrscheinlich, ich glaube, der letzte Berg der ganzen Tour. Und der Peterson hat gesagt, wir suchen uns da zimmer, fahren wir morgen in der Früh weiter. Die Kilometer, die uns heute fehlen, verteilen wir auf die nächsten Tage. Und bei mir hat so der Sturkopf zugeschlagen, ich bin angeschaut und habe gesagt, na, wir fahren den Berg jetzt. Geht es dir gut? Er hat gesagt, ja, mir geht es gut, aber wenn ich die anschaue, habe ich gesagt, wir fahren den Berg jetzt. Ich will den abhacken, fertig, komme, was wollen. Ich habe das so bereut, Daniel. Ich habe das so bereut. Ich habe so, wie wir weggefahren sind, für circa 15 Minuten, weil dann völlig ausgekühlt natürlich im Regen. Und dann fahren wir los und dann geht es langsam Richtung Bergauf und ich habe gezittert am ganzen Körper, unkontrollierbar. Bin auf dem Rad gesessen und habe so zu mir die ganze Zeit geschäppt und habe gegeinnt, die ganze Zeit gehen müssen und gezittert. Und dann gedacht, das war jetzt echt ein Riesenfehler, dass ich gesagt habe, wir fahren weiter. Und dann waren wir halt schon mitten in der Landschaft, irgendwo auf dem Weg, ich glaube 30, 35 Kilometer noch vor uns, und ich habe es so bereut. Und nach 25 Minuten, schätze ich mal, irgendwann plötzlich auf diesem Anstieg, mittendrunter, macht es so ein, das war wie ein, ich habe es glaube ich klacken gehört. Und plötzlich bin ich wieder in einem völlig normalen Zustand. Bin vorgefahren zum Christian, weil ich bin die ganze Zeit irgendwo hinten nachkängt und gekämpft ums Überleben. Bin vorgefahren zu ihm und habe wieder angeschaut und gesagt, ich weiß nicht warum, aber ich bin jetzt wieder da. Und dann haben wir wieder geredet und so wie ganz normal die letzten 30 Kilometer, also 20 Kilometer gefahren. Also ich habe ganz, ganz neue Dinge in meinem Körper und in meinem Gesamtsystem entfesselt und kennengelernt. Und das allein hat es richtig, richtig gut gemacht. Weil sowas machst du nicht daheim in deinem gemütlichen, in deiner gemütlichen Umgebung. Da drehst du einfach um und gehst heim. Fertig. Wenn du in so einem Zuschauer bist, gehst einfach heim. Und die Option, dich zu haben, war super.
SPEAKER_00Was war der schönste Moment?
SPEAKER_01Oh, das ist schwierig. Es ist eine Aneinanderreihung von schönen Momenten. Schöne harte Momente, schöne euphorische Momente.
SPEAKER_00Ist ja egal, ob wir jetzt vollständig sind damit oder nicht, aber entscheidet wir an.
SPEAKER_01Dann nehme ich den, wo am nächsten Tag, am fünften Tag, der Christian, der ja eindeutig erheblich stärker auf dem Rad ist, als ich jemals war, und das schon immer so weit kennen, wo der seinen Einbruchtag hatte, leicht erkältet, und ich aber wieder fit nach dem letzten Tag, habe endlich schlafen können und das ist mir wieder gut gegangen. Und dann habe ich ihn gefühlt von Regensburg bis Passau 80% gezogen. Und da war ich echt in so einem, das war die schönsten Momente waren eigentlich die, wo wir einfach gemeinsam irgendwo angekommen sind, jedes Mal und gesagt haben, hey, wir sind immer noch dabei und wir machen das immer noch super stolz auf uns. Aber das war so ein Moment, wo er nämlich dann zu mir gesagt hat, hey, ich muss jetzt echt einmal sagen, dir und dem Daniel echt einmal gratulieren, was ihr in einem Jahres dir gemacht habt, ist echt nicht schlecht. Das habe ich nicht erwartet. Ich war mir nicht sicher, ob du die Tour, also er hat gesagt, ich war mir sicher, dass du es im Kopf da rennst und dass du dabei bleibst. Aber dass du so wegsteckst, wie es das jetzt wegsteckst, habe ich nicht gedacht. Und dass ich am fünften Tag hinter dir fahre, schon gar nicht. Und da war ich echt so ein bisschen, das war so ein kleiner Bub ist gerade richtig stolz im Moment, wo ich gedacht habe, ja, schon geil, was man in einem Jahr aus sich rausholen kann. Das hat man gedacht. Das war einer der schöneren.
SPEAKER_00Das glaube ich sofort, dass ich ja auch schon zwei Bikepacking-Touren mit jeweils einem Freund gefahren, also immer zu zweit. Und das haben ja wir auch im Vorfeld besprochen. Ich würde eine Bikepacking-Tour oder sowas, wie es ihr jetzt gefallen seid, war ja im Endeffekt auch Bikepacking. Nicht alleine fahren, sondern immer zu zweit fahren. Weil es gibt eigentlich nichts Schöneres, als wenn man das gemeinsam erlebt. Ja, voll. Wenn man es teilen kann und vor allem, wenn man auch weiß, okay, mir geht es jetzt nicht so gut, aber die andere Person kümmert sich um mich. Genau. Und dann nimmt man auch mal die andere Rolle ein. Und man kann dann auch einfach quasi sich um den anderen kümmern und da auch wirklich einmal, ja, so wie du sagst, so über sich hinaus wachsen und da wachsen immer ein bisschen Flügel.
SPEAKER_01Ja, voll. Also das war wirklich, der Christian Tag 4 hat er sich um mich kümmern müssen und hat dafür gesorgt, dass ich weiterfahre und dass es mir, dass meine Motivation nicht. Also was ihm halt insofern auch leicht fällt, weil er hat so eine Neigung, wenn er dann, wenn ihm die Energie ausgeht, dann wird er extrem lustig. Weil er fangt einfach an, mit extremem Humor und übertrieben jede Gelegenheit zu nehmen, die man in Humor verpacken kann, um die Motivation hochzuhalten. Und das hat mir das Leben gerettet am vierten Tag. Obwohl ich dann, ich habe dann gesagt, nimm es nicht persönlich, wenn ich immer drüber lache. Das ist nur, weil ich nicht mehr kann, aber in mir finde ich es sehr lustig. Mache ich weiter. Und wie du sagst, also deswegen war es dann ein schöner, das war ein schöner Moment, weil ich das Gefühl gehabt habe, ich hänge nicht nur in dieser Tour, nicht nur hinten dran, weil das war meine Befürchtung, wie du weißt, von Anfang an, dass ich, dass das jetzt so eine Tour wird, wo ich 80% der Zeit im Windschatten an ihm dranhänge, damit ich es überlebe. Und das war es überhaupt nicht, sondern es war echt ein gemeinsames Radfahren. Ich bin wahrscheinlich streckenweise auch, habe mich hinten versteckt, immer wenn er so, wenn ich gemerkt habe, jetzt will er ein bisschen mehr Gas geben, als mir gut tut. Da habe ich dann gewusst, ich könnte das jetzt auch. Und das war nämlich auch sehr spannend, dass ich offensichtlich in diesem Jahr gelernt habe, mich zu dosieren. Das hat mich selber überrascht, weil es hat viele Strecken gegeben, wo man gedacht habe, ich könnte das Tempo locker mithalten, daneben. Aber mal lieber, ich habe noch nie sieben Tage in Serie gemacht, deswegen weiß ich nicht, wie viele jetzt am Pulver verschießt und wie hoch der Preis in zwei Tagen dafür ist. Deswegen nehme ich jetzt lieber das Gas raus und sage einfach, ich limitiere mich da. Und das war auch sehr spannend. Also wahnsinnig viel gelernt über mich, über unsere Freundschaft, die schon seit 26 Jahren sehr vieles erlebt hat, aber das gemeinsam zu erleben, war nochmal in diesem kleinen Freundschaftsstempelbuch ein dicker, fetter Stempel. Also es nimmt uns so schnell keiner. Das war richtig gut.
SPEAKER_00Waren auf jeden Fall ein paar Seiten, die ihr da dazu gestellt habt.
SPEAKER_01Einige Seiten.
SPEAKER_00Weil du das Wort Dossieren angesprochen hast, da ist mir sofort unsere Folge mit der Maron eingefallen, wo wir im Vorfeld drüber gesprochen haben, wie machst du es energetisch, wie machst du es mit der Verpflegung. Und ich weiß noch, die Quintessenz, der Schlusssatz von Damarin und von mir war, mehr ist mehr, was die Ernährung betrifft, und weniger ist mehr, was die Watt betrifft. Also die Leistung haben wir ja gerade besprochen, wie war es mit der Ernährung?
SPEAKER_01Ja, lustigerweise, der Satz, der mir in Erinnerung geblieben ist, war, zu viel gibt es nicht in Sachen Essen. Also du musst dir keine Sorgen machen, du wirst nicht zu viel essen. Punkt. Und das ist mir oft durch den Kopf gegangen. Ich habe an diesen Satz von mich oft erinnert. Ich war fast religiös dabei, wenn es ums Essen gegangen ist. Also wir haben gefrühstückt für drei und dann sind wir aufs Rad gestiegen und sind losgefahren. Und ich habe mir extra auf meinem Radcomputer, das habe ich das ganze Jahr nicht gemacht, aber jetzt habe ich es extra für die Tour, weil ich gewusst habe, hey, das sind zum Teil acht Stunden Tage am Rad. Ich werde vergessen, ich kenne mich. Ich werde einfach dann vergessen und nicht, weil ich, sondern einfach, jetzt habe ich eine Stunde nichts gegessen und dann habe ich ein Problem. Jetzt haben wir diesen Timer gestellt, alle 20 Minuten macht erübessen fassen. Und ich war religiös. Ich habe einfach, ich habe gegessen, der Christian ist neben mir gefahren und hat gesagt, wie kannst du jetzt was reinstellen? Ich habe das Frühstück, steckt mir noch da beim Garnensabfall. Da habe ich gesagt, ja, das macht nichts. Das Gel rinnt schon irgendwie drunter durch. Ich fange trotzdem jetzt an, weil ich weiß, das wird sich schon orientieren. Und ich habe dann, wenn ich das Gefühl verloren habe, wenn ich nicht sicher war, bin ich circa bei meinen 90 Gramm pro Stunde, war mein Maßstab ganz einfach. Ich habe so lange Gummibären und Snickers rein dran, bis es ganz leicht angefangen hat, im Magen zu zwicken und dann habe ich gewusst, okay, da ist jetzt genug. Jetzt fahren wir einfach weiter, weil in 10 Minuten ist das Zwicken eh wieder vorbei und in 20 können wir wieder was essen. Ich habe es wirklich so, ich habe mir gedacht, lieber ein Tick zu viel als jemals zu wenig. Und das, also da habe ich oft an euch gedacht. Das war tatsächlich, ich glaube, dass das ohne nicht gegangen wäre. Die Ernährung war definitiv ein riesengroßer Faktor. Und was euch freuen wird, ihr habt es in Zusammenarbeit mit mir, den Christian, der ja auch alte Schule ist und wo du weißt, wie ich ihm das alles erzählt habe, wie viele jetzt am Rad ist, hat er gesagt, so viel kann ich unmöglich essen und hat sich das jetzt aber angewöhnt, hat nach der Tour gesagt, er hat in seinem ganzen Leben bei keiner einzigen seiner Radtouren annähernd so viel gegessen wie jetzt in der Woche. Aber er hat definitiv gesagt, er merkt den Unterschied und er trainiert das jetzt auch weiter und bleibt dabei, so viel zu essen. Er hat es verstanden, dass das einen Unterschied macht. Also ihr habt noch einen bekehrt.
SPEAKER_00Vor allem, wir haben anscheinend jemanden überzeugt, der sicherlich schwerer zu überzeugen war. Weil ich kann mich noch erinnern, wir sind vor einem Jahr auch schon da gesessen und du hast mir dann erklärt, wie der Christian das macht und ich bin erstmal da gesessen, habe ich den Kopf geschüttelt und habe nicht so nein. Ja, Generation Lenz Armstrong. Ja, gut, eine Flasche Kohlenhydrate reingeflossen, aber egal.
SPEAKER_01Eine Trinkflasche reicht, weil Gewicht spannt, weißt du, am Rad, die muss reichen für vier Stunden.
SPEAKER_00Ja, ist so. War so. Ja, aber das ist schön. Und vor allem, ich weiß noch, wie du vor einem Jahr quasi zwischen diesen Stühlen gesessen bist. Einerseits, was sagt der Christian zu dir, andererseits, was sagen wir zu dir? Was tust du jetzt? Und du hast einfach unserem Ansatz einen Versuch geschenkt. Natürlich. Und ja, schön, dass das so belohnt wurde. Und eigentlich ein Wahnsinn. Und das finde ich auch das Schöne an deinem Projekt, ist, wenn man sieht, oder wenn ich so zurück überlege, wo warst du im Mai 2025, wo bist du im Mai 2026? Und es ist jetzt auf ein Leben betrachtet nur ein Jahr. Was ist ein Jahr? Das ist nichts. Das ist für mich total unfassbar. Und wir glauben immer, dass in einer Woche, in einem Monat so viel weitergehen muss und dann ist man teilweise enttäuscht und demotiviert, dass nichts weitergeht. Und dann blickt man aber auf sowas zurück und setzt sich einmal hin und macht sich einmal klar, okay, was habe ich da gemacht? Und das ist so cool bei eurem Projekt gewesen, das quasi mitzuverfolgen. Und wir haben es jetzt auch quasi als Audioformat begleitet. Gegleitet, mit einem chronologischen Zeitstempel, beziehungsweise alle, die es auf YouTube sehen, dann dich auch noch, wo ich sagen muss, ja, du hast mehr Muskelmasse zugelegt, aber jetzt sonst dich optisch nicht verändert. Aber wenn ich bei vielen Menschen daran denke, wie sich die in einem Jahr auch optisch verändert, du warst ja optisch schon immer fit.
SPEAKER_01Es hat Gras auf System. Ich bin mir so ausgeschaut, als würde ich Sport machen. Warum auch immer? Also unfair ist ich weiß. Weil ich immer so in Etappen ja Sport gemacht habe und dann halt wieder aufgehört habe damit. Und dann hat sich die Optik halbwegs, ja, hat schon so ausgeschaut. Aber na, also was, wie du sagst, was in einem Jahr machbar ist, habe ich nicht für möglich gehalten, weil du gesagt hast, wo war ich im Mai 2025 an deinem Hinterrad und nicht in der Lage in deinem Windschatten. Wobei, gut, du gibst halt keinen Windschatten, das hat damit auch zu tun, aber ich war kaum in der Lage, einem Groupride zu folgen in eurem Windschatten in Reihe 3, obwohl sie alle versucht haben zu beherrschen und gewusst haben, da Fahrrad einer Minter nicht kann. Trotzdem habt ihr mich verloren. Das machen wir jetzt nicht mehr. Nein, das ist jetzt keine Option mehr. Im Gegenteil, jetzt muss ich aufpassen, dass der Größenwand mich nicht dazu bringt, irgendwann einmal in die erste Reihe fortzufahren bei diesen Ausfahrten, weil ich mir denke, das geht ja heute jetzt auch. Also das ist erstaunlich, was man. Ich kann wirklich nur wieder, ich glaube, wir haben das vor der Tour schon mal in einem Podcast mit der Marion auch besprochen. Ich kann nur, ich muss aufpassen, dass jetzt nicht predigend durch die Welt laufe und jedem sage, hey, bitte, bitte, bitte, fangen lieber heute an als morgen, weil egal welchen Alters nämlich auch, weil die Lebensqualität, die das bringt, ist so, und es ist nicht diese Selbstgeißelung. Ich glaube, wir haben ganz am Anfang mit diesem Podcast auch mal thematisiert, dass einer der Gründe, warum Menschen aufhören oder gar nicht erst so richtig anfangen, ist, weil man von Sport immer diesen Eindruck hat, das ist so eine Selbstgeißelung. Das muss wehtun, das muss Blut, Schweiß, Rocky Ball Boa, man sieht sie durch den Regen kämpfen und dann am Zahnfleisch bei der Tür wieder reinkommen. Und das ist es aber nicht. 80, 90 Prozent der Zeit ist es locker dahin laufen, Radfahren, was auch immer, locker und Spaß dran haben, nur einfach lang dabei bleiben. Und lang ist ja auch relativ, wie du sagst. Was ist ein Jahr meines Lebens, wenn ich nach, wie ich habe die ersten Ergebnisse, glaube ich, gespürt, nach drei, vier Monaten habe ich wirklich so richtig, man spürt, glaube ich, schneller etwas, man bildet sich ein, schneller etwas zu spüren, aber so richtige Ergebnisse nach drei, vier Monaten, die Geduld kann man echt aufbringen. Und da kann man sich echt, wenn man wüsste, wenn jeder Mensch wüsste, wie die Lebensqualität steigt, wenn man das tut. wird jeder heute sofort anfangen und das priorisieren. Und auch dieses Thema mit, ich habe keine Zeit dafür. Ich habe so oft mir sagen gehört, ich habe keine Zeit dafür. Und jetzt verstanden wieder mal, und diesmal bleibt es aber bicken, ich habe deswegen keine Zeit dafür, weil ich in allem langsam bin, weil alles zarr ist in meinem Leben, wenn ich keinen Sport mache, wenn ich mich nicht bewege.
SPEAKER_00Naja, du hast in einer ganz alten Episode auch was gesagt, das ist mir hängen geblieben. Ich habe keine Zeit dafür, heißt eigentlich, ich bin mir selber die Zeit nicht wert. Und das ist mir hängen geblieben. Und ich bin es mir nicht wert. Und ja, die Lebensqualität, um die es geht.
SPEAKER_01Weil generell einfach der Satz, ich habe keine Zeit, heißt, wenn man ganz ehrlich ist, übersetzt, es ist mir nicht wichtig genug. Das ist nicht wert, sondern ich habe keine Zeit dafür, heißt das ist mir nicht wichtig genug, um Zeit dafür zu schaffen. Und wenn man das bei Sport sagt, ist man sich selber nicht wichtig genug.
SPEAKER_00Abschließende Frage noch, was war dein größtes Learning während der Tour?
SPEAKER_01Mein größtes Learning während der Tour war wahrscheinlich tatsächlich, dass ich noch viel weiter kann, als ich dachte zu können. Und ich bin ja ziemlich ein Sturkopf, wie du weißt. Ich kann aus dem Kopf weit hinter die Grenzen. Und ich denke, mein größtes Learning war wirklich, dass da noch Raum ist und noch Platz ist. Da wäre sogar noch Platz gewesen. Also absurderweise hätte ich es glaube ich viel schneller wäre nicht mehr gegangen. Ein bisschen was hätten wir vielleicht drauflegen können, aber es war schon war schon gut so. Wenn sogar der Christian sagt, na, du viel schneller hätte das jetzt nicht mehr braucht und teilweise auch gar nicht können. Aber ich habe gelernt, dass da noch Reserven sind. Und natürlich dieses, also dass gemeinsam so eine Tour fahren, da geht es nicht um die sportliche Herausforderung, da geht es nicht um sich oder irgendwen was beweisen wollen. Da geht es einfach darum, ein wahnsinnig gutes, endorphin genadenes Erlebnis gemeinsam in seine Erinnerung zu speichern. Das ist es. Punkt. Das ist das Ding, worum es geht. Und dafür sollten wir es machen. Vorschein.
SPEAKER_00Ja, das war die Folge zu deiner Tour. Ich möchte jetzt noch gar nicht fragen, wie es weitergeht, weil ich glaube, das werden wir noch einmal besprechen und dann noch in einer weiteren Episode besprechen. Ja.
SPEAKER_01Da habe ich einen kleinen Einwurf dazu, du hast es, glaube ich, eh bemerkt an den Trainingsplänen. Du schreibst meinen, dein Gesicht sollst du kurz in die Kamera halten. Du schreibst meinen Trainingsplan weiter und ich habe mir das aufgehoben extra für heute. Das muss ich hier und jetzt manifestieren. Wer eben nimmst du? Nein, überhaupt nicht, aber nimm es jetzt gerade im Moment nicht persönlich, dass ich mich nicht ganz dran halte.
SPEAKER_00Was? Nicht ganz dran. Nein, wir reden jetzt nicht über den aktuellen Trainingsplan, nicht ganz dran halten. Ist eine nette Umschreibung.
SPEAKER_01Die letzten zwei Einheiten habe ich mich fast, also da war ich sehr nahe dran. Sehr nahe dran. Nein, also das ist jetzt wirklich auch so, ich glaube, das wirst du auch verstehen. Und ich bin gespannt nämlich auf deine, was du dazu sagst, aber ich bin jetzt zurückgekommen und ich habe dann letztes Wochenende, da wäre, glaube ich, ganz was anderes im Trainingsplan gestanden oder gar nichts, weiß ich nicht mehr. Ich war mit meinen Jungs unterwegs, Waldviertel, zwei Tage und das Wetter war schön und ich habe mir gedacht, ich will jetzt unbedingt irgendwas machen. Ich bin noch in dieser Regeneration, das ist übrigens auch was, was ich, das ist auch ein großes Learning. Ich habe mir über vieles Gedanken gemacht, aber wie lang und hart die Regeneration danach wird, puh, das war neu. Und da habe ich dieses Bedürfnis gehabt, ich muss jetzt was machen. Mein Sohn war mit Laufschuhen unterwegs, ich habe eine kurze Hose dabei gehabt und habe gesagt, brauchen wir bitte deine Schuhe. Das ist das Praktische, wenn der Hosse so groß wird, dass in dir so eine Schuhe passen und bin einfach 50 Minuten laufen gegangen. War nicht am Trainingsplan, war sicher zu viel. Und auch jetzt diese eine Radeinheit, Fettstoffwechsel, hätte ich normalerweise eben Flachen runtergedreht. Ich bin jetzt einfach in den Wienerwald gefahren, habe 500 Höhenmeter mitgenommen. War sicher auch ein bisschen zu viel, aber, und das ist das Ding, worum es mir gerade geht, ich bin jetzt zurückgekommen und jetzt habe ich dieses dringende Bedürfnis gehabt oder habe es noch immer, dass sich jetzt mal kurz der Sport an mein Leben anpasst und nicht umgekehrt. Weil das ist schon ein Ding. Natürlich habe ich in dem Jahr vieles rund um den Trainingsplan geschnitzt und versucht, das irgendwie unter den Hut zu bringen. Und das war gut so, dass ich das gemacht habe für ein Jahraufbau, finde ich, war das absolut wichtig. Ich denke aber, dass ich momentan auf einem Stand bin, wo es mir leisten kann, unter Anführungszeichen, dass ich einfach mal zum Spaß ein paar Wochen lang Sport mache und ich werde das nicht verlieren, gleich komplett, dieses Level. Und darum geht es mir momentan einmal. Ich will jetzt einfach mal nur Sport zum Spaß machen. Ich versuche mir an das zu halten. Ich bin gestern die 30 Minuten, die du gesagt hast, gelaufen und nicht mehr in der Geschwindigkeit, die du gesagt hast und nicht mehr. Und ich habe auch verstanden, warum. Also das können wir in einer eigenen Episode laufen einarbeiten, ist jetzt echt spannend. Aber ja, also es geht mir momentan darum, einfach mal wieder zum Spaß Sport zu machen und nicht auf Zahlen zu schauen, sondern ja, ich weiß eh, ich fahre jetzt in den Wienerwald gehören darauf und das wird kein Fettstoffwechseltraining werden. Das geht sich halt nicht aus mit 200 Watt im Berg auf. Aber ich will jetzt einfach mal den Spaß dran haben. Und ich denke, das ist auch okay, oder? Ja, sicher. Weil Isaac hat kein konkretes Ziel zum Danke für die Reaktion. Ja, na, passt schon.